• Vanessa Stammnitz

E-Recruiting in Zeiten des Coronavirus – große Chance für Unternehmen

Aktualisiert: Juli 14


Der Coronavirus trifft gerade alle Branchen mit voller Wucht. Auch in der IT rudern nun einige Unternehmen zurück und möchten ihre laufenden Bewerbungen stoppen. Doch wir raten Ihnen, gerade jetzt verstärkt nach neuen Mitarbeitern zu suchen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Krisenzeit nutzen können, um sich als modernes Unternehmen zu präsentieren und wie Sie mit Hilfe von E-Recruiting schneller geeignete Kandidaten finden können.


Bewerbungsprozesse in schwierigen Zeiten: Jetzt ist E-Recruiting gefragt


Ohne Frage leben wir gerade in einer unsicheren Zeit. Geschäfte bleiben geschlossen, Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter ohne zu zögern ins Home Office und viele Arbeitnehmer müssen mit weiteren Einschränkungen, wie Kurzarbeit oder Lohnkürzungen rechnen.

So massive Veränderungen in so kurzer Zeit haben wir noch nicht erlebt.


Verständlich also, dass viele Unternehmen überfordert sind und auch ihre Bemühungen nach neuen Kandidaten erst einmal verschieben möchten. Auf soziale Kontakte soll nach Möglichkeit verzichtet werden, Bewerbungsgespräche können nicht stattfinden, neue Bewerber müssen also notgedrungen warten.

Doch wir sagen: Das stimmt nicht!


Denn die Chance, den eigenen Bewerbungsprozess auf die nächste Ebene zu heben und sich so als moderner Partner auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren, sollten sich Unternehmen auf keinen Fall entgehen lassen. Unkonventionelle Zeiten erfordern unkonventionelle Wege, die Sie dank moderner Technik sehr leicht umsetzen können.

Zudem nutzen Kandidaten die eventuell frei gewordene Zeit, um den eigenen Lebenslauf auf Vordermann zu bringen und sich über mögliche Vakanzen zu informieren. Die Option, geeignete Bewerber zu finden, ist daher auch in Zeiten von Covid-19 gegeben und vielleicht sogar leichter als sonst.

Daher möchten wir Ihnen aufzeigen, mit welchen Mitteln Sie Ihren Bewerbungsprozess sehr einfach digitalisieren können, um durch E-Recruiting auch in schwierigen Zeiten Ihre Bewerbungsprozesse aufrecht zu erhalten.


Die wichtigsten Tools für das E-Recruiting: Telefon und Video-Call


Vor allem internationale Unternehmen setzen schon seit längerer Zeit auf E-Recruiting und digitale Maßnahmen, um neue Bewerber auf der ganzen Welt kennenlernen zu können. Doch mit den passenden Tools kann jedes Unternehmen die eigenen Bewerbungsprozesse modernisieren.

Wir zeigen Ihnen, was Sie dafür brauchen:

Telefoninterview

Kurze Telefoninterviews waren bereits vor der Coronavirus-Krise ein beliebtes Mittel, um einen ersten Eindruck vom Bewerber zu erhalten. Sollte dieser positiv ausfallen, erfolgt in der Regel eine Einladung zum persönlichen Gespräch, denn nur über das Telefon ist eine abschließende Beurteilung schwierig.

Gestik und Mimik sind keine unwichtigen Faktoren, wenn es um das Kennenlernen geht. Schließlich entscheidet nicht allein die fachliche Eignung, sondern auch die sogenannten Soft Skills, ob ein Bewerber zum Unternehmen und ins Team passt oder nicht.

Tipps für ein Telefoninterview: Vereinbaren Sie auf jeden Fall einen Termin für das Telefoninterview und geben Sie dem Kandidaten ausreichend Zeit, sich darauf vorzubereiten. Zwischen Tür und Angel kann man sich selten von seiner guten Seite präsentieren. Videokonferenz

Um den Bewerber auch tatsächlich während eines Gesprächs sehen zu können, können Sie statt des traditionellen Bewerbungsgesprächs im Unternehmen, eine Videokonferenz veranstalten.


Dank unterschiedlicher Online Tools ist das für jeden einfach realisierbar. Selbst in Ihrer Firma müssen Sie dafür nicht unbedingt in den Besprechungsraum gehen – eigener PC mit Kamera und Mikrofon sind völlig ausreichend.

Sollten Sie bisher keine Videokonferenzen veranstaltet haben, zeigen wir Ihnen drei Tools, mit denen Sie sofort damit starten können:


Skype bzw. Teams: Mit dieser professionellen Plattform ist Videotelefonie leicht umsetzbar. Sie können Gruppen-Calls durchführen und den eigenen Bildschirm teilen, um Unterlagen oder Informationen auszutauschen. Um Skype oder Teams nutzen zu können, muss allerdings jeder Teilnehmer dort mit einer Microsoft-Adresse angemeldet sein. Ein weiterer Vorteil ist die Aufzeichnungsmöglichkeit, sodass sich sowohl Unternehmen als auch Bewerber das Gespräch im Nachgang noch einmal anschauen können. Mit Skype/Teams können Sie zudem auch Ihren Bildschirm teilen, sodass Sie Unterlagen oder Informationen leicht für alle sichtbar machen können.

Zoom: Auch diese Plattform ist für Videotelefonie bekannt. Dafür müssen lediglich alle Teilnehmenden die Software herunterladen (gibt es sowohl für Windows als auch Mac, sowie für Android und iPhone) und sich mithilfe eines vorher versendeten Links einwählen.

Als Veranstalter können Sie einen Termin bestimmen, den sich alle Teilnehmenden mit einem Klick in den Online-Kalender speichern können. Auch bei Zoom gibt es die Möglichkeit, Gespräche aufzuzeichnen. Diese werden für 30 Tage im entsprechenden Chat gespeichert.

WhatsApp: Dieser Anbieter wird den meisten bekannt sein. WhatsApp bietet ebenfalls die Möglichkeit, Video-Calls mit bis zu vier Teilnehmern durchzuführen, allerdings ist das nur mit dem Smartphone und nicht am Rechner möglich. Zudem können Anrufe nicht gespeichert werden. WhatsApp ist sicher ebenfalls eine Möglichkeit, einen Kandidaten näher kennenzulernen. Jedoch empfehlen wir Ihnen, lieber auf ein professionelleres Tool wie Zoom oder Skype zurückzugreifen.

Tipps für ein Videointerview: Ein Videointerview kann eine ungewohnte Situation darstellen. Sorgen Sie auf jeden Fall für ein Mikrofon und eine ruhige Umgebung, um sich ungestört konzentrieren zu können. Achten Sie auch ein wenig auf den Hintergrund, denn ungespülte Tassen – egal ob in der Personalküche oder zu Hause – wirken nicht besonders professionell. Sprechen Sie langsam und unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner nicht. Bei Videokonferenzen fällt oft der Ton weg, wenn mehrere Menschen zeitgleich sprechen, da das System nicht weiß, wen es übertragen soll.


Datenschutzhinweis: Setzen Sie sich vor der Nutzung dieser Tools mit Ihrer Compliance-Abteilung/IT- Abteilung zusammen, um offene Fragen zu Datenschutz klären zu können.



Persönlichkeitstests im E-Recruiting


Was im Ausland bereits verstärkt zum Einsatz kommt, steckt im E-Recruiting in Deutschland noch in den Kinderschuhen: der Persönlichkeitstest.


Häufiger müssen sich Kandidaten einem Intelligenz- oder Eignungstest unterziehen, was für einige Branchen sicher vorteilhaft sein kann.


Mit einem Persönlichkeitstest können Sie jedoch gut einschätzen, ob der Bewerber auch mit seinen Soft Skills zu Ihrem Unternehmen passt. Dafür müssen Sie sich natürlich ein wenig in die Materie einarbeiten und auch wissen, welche Persönlichkeiten Sie eigentlich suchen.

Dafür kann es hilfreich sein, den Test zunächst an Ihre vorhandenen Kollegen zu schicken und die Auswertungen zentral zu speichern. Die Ergebnisse können Sie in Zukunft als Referenz nutzen, wenn Sie eine Vakanz in einem bestimmten Team besetzen möchten.

Es gibt unterschiedliche Tests, die Sie bei Ihrem E-Recruiting einsetzen können. Wir empfehlen Ihnen, sich die Folgenden näher anzuschauen:

Myers Briggs Typenindikator

Anhand von 100 Fragen werden Kandidaten einem von 16 Typen in vier Kategorien eingeordnet. Dieser Test kommt besonders in Amerika sehr häufig im E-Recruiting zum Einsatz und Sie können mit den Ergebnissen zum Beispiel auch die Gruppendynamik im Team verbessern.


Big Five Persönlichkeitstest

In 68 Fragen werden persönliche Eigenschaften sowie leitende Grundmotive der Kandidaten ermittelt. Neben dem E-Recruiting kommt der Test in der Persönlichkeitsdiagnostik und der Managementdiagnostik zum Einsatz.


Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung

Der sogenannten BIP ist ein verbreitetes Verfahren in Europa und wird häufig in Konzernen angewendet. Mit 251 Fragen werden 17 Schlüsselkompetenzen ermittelt, die in vier Bereiche unterteilt sind: berufliche Orientierung, Arbeitsverhalten, soziale Kompetenz und psychische Konstitution.

Tipps für einen Persönlichkeitstest: Auf einen solchen Test können sich Kandidaten leider nicht wirklich vorbereiten. Daher empfehlen wir Ihnen, die Fragen so zutreffend wie möglich zu beantworten. Es geht dabei nicht um Ihre fachliche Qualifikation, sondern wie Sie im Alltag Entscheidungen treffen und Ihrer Umwelt begegnen. Ein Richtig oder Falsch gibt es daher nicht.

Natürlich kann man das Testergebnis mit gestellten Antworten in eine gewisse Richtung beeinflussen. Aber im Arbeitsalltag werden Sie über kurz oder lang Ihre Persönlichkeit zeigen, daher ist es keine gute Option, sich zu verstellen.



E-Recruiting ist für jeden umsetzbar


Wie Sie lesen konnten, ist das E-Recruiting kein Buch mit sieben Siegeln. Daher sollten Sie auch in komplizierten Zeiten wie der Coronavirus-Krise Ihre Bewerbungsprozesse in der IT nicht stoppen, sondern überdenken.


Präsentieren Sie sich lieber als modernes und vor allem krisensicheres Unternehmen, das trotz widriger Umstände bestehen bleiben kann und auf der Suche nach neuen Kollegen ist.

Die oben genannten Maßnahmen kann jedes Unternehmen schnell umsetzen und damit weiterhin qualifizierte Mitarbeiter finden, mit denen Sie nach der schwierigen Zeit direkt durchstarten können. Jedoch kann Ihnen auch eine Personalberatung helfen, Ihre Prozesse auf Vordermann zu bringen und Sie bei der Auswahl geeigneter Kandidaten unterstützen. In unserem Beitrag SAP Personalberatung: Wie Traumjob und Wunschkandidat zusammenfinden beschreiben wir ausführlich, wie Unternehmen und Kandidaten von einer Zusammenarbeit mit einer Personalberatung profitieren. Gerne können Sie uns auch unverbindlich kontaktieren.


Wie sind die Bewerbungsprozesse in Ihrem Unternehmen? Ist das E-Recruiting bereits ein wichtiges Thema in Ihrer HR-Abteilung? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen in den Kommentaren.